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Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die aufgrund politischer Unruhen, Kriegen, Konflikten, Hungersnöten, Naturkatastrophen oder anderer existenzbedrohender Lebensumstände ihr Heimatland verlassen. Die weltweiten Migrationsbewegungen führen Schutzsuchende auch nach Europa und Deutschland. Hier werden Asylsuchende zu meist in Aufnahmeeinrichtungen aufgenommen. Um eine adäquate, bedarfsgerechte medizinische Versorgung sowie frühzeitige präventive Maßnahmen zu ermöglichen, sind verlässliche Daten des Gesundheitszustands von Asylsuchenden nach Ankunft sowie während ihres Aufenthalts in Aufnahmeeinrichtungen notwendig. In Deutschland gibt es jedoch einen Mangel an adäquaten Daten nach Ankunft sowie während des Aufenthalts in Aufnahmeeinrichtungen. Dies ist unter anderem auf eine unzulängliche Dokumentation der medizinischen Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen und in Gemeinschaftsunterkünften zurückzuführen. Patientendaten werden oft unsystematisch und vielerorts nur papierbasiert geführt, sodass ein Austausch zu Behandlungszwecken oder eine systematische, vergleichbare sowie zeitnahe Auswertung der klinischen Daten kaum möglich ist.

Ziel dieses Projektes ist es daher, über eine maßgeschneiderte digitale Infrastruktur den medizinischen Versorgern in den Aufnahmeeinrichtungen eine einfache und systematische Dokumentation der Behandlung von Asylsuchenden zu ermöglichen, die auch den datenschutzkonformen Austausch von Patientendaten zwischen medizinischen Versorgern beinhaltet. Zudem werden die erhobenen Versorgungsdaten nach einem eigens entwickelten Indikatorensatz regelmäßig ausgewertet und im Sinne eines Monitorings wichtiger Parameter (Surveillance) erstmals überregional zusammengeführt und veröffentlicht.

 

Projektleitung:

Dr. med. Kayvan Bozorgmehr (MSc)

Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

Universitätsklinikum Heidelberg

Email: kayvan.bozorgmehr@med.uni-heidelberg.de